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Einige Fakten zum Täter-Opfer-Ausgleich
Den aktuellen Jahresbericht 2010 finden Sie als pdf-Datei --> hier
- Fallzahlen: Seit 1992 wurden bei der Waage 8402 Fälle/Verfahren mit über 19.730 beteiligten Personen bearbeitet. Im Jahr 2010 waren es 508 Fälle. In etwa der Hälfte dieser Fälle kam es zum Versuch einer Konfliktschlichtung. Ein Teil der Beteiligten konnte entweder nicht erreicht werden oder lehnte einen Ausgleichsversuch ab. Häufig nahmen Betroffene eine Beratung bei der Waage auch dann in Anspruch, wenn sie eine Vermittlung ablehnten. Wenn sich beide Seiten zu einem Einigungsversuch bereit erklärt hatten, scheiterten seit 1992 lediglich 266 Fälle. In bislang 3723 Fällen kam es zu einer Vermittlung mit einer abschließenden und einvernehmlichen Regelung.
- Vermittlungserfolg: IIm Jahr 2010 sind 508 TOA-Fälle (gezählt nach Verfahren mit z.T. mehreren Beschuldigten und Geschädigten) abgeschlossen worden, davon waren 475 Fälle prinzipiell für einen TOA-Versuch geeignet. Bei der im Vergleich zu den Vorjahren niedrigeren Fallzahl ist zu berücksichtigen, dass die Waage aus finanziellen Gründen im Jahr 2010 eine halbe Mediatoren- stelle einsparen musste. In 231 Fällen waren beide Seiten zu einem Einigungsversuch bereit und es wurden Vermittlungsversuche durchgeführt. Hiervon wurden 131 Fälle auf dem Wege einer direkten Mediation und 100 Fälle auf indirektem Wege mit persönlichen (N=68) oder telefonischen (N=32) Einzelgesprächen bearbeitet. 205 Fälle (knapp 89%) konnten mit einer einvernehmlichen Lösung beendet werden. Lediglich 26 Fälle scheiterten nach einer begonnenen Vermittlung.
- Anwendungsbereich / Delikte: Der Schwerpunkt der Fallbearbeitung liegt bei (gefährlichen) Körperverletzungen (75- 80%), darüber hinaus geht es häufig um Sachbeschädigungen, Bedrohungen, Nötigungen etc. Einen besonderen Schwerpunkt (mittlerweile 50% der Fälle) bilden seit einigen Jahren Fälle von innerfamiliärer Gewalt, i.d.R. Männergewalt gegen ihre (Ex-)Partnerinnen. Die Waage vermittelt aber auch außerhalb des strafrechtlichen Bereichs in alltäglichen Konflikten.
- Ergebnisse: Die Palette der Vermittlungsergebnisse und Ausgleichsleistungen ist breit: Es geht sowohl um materielle Leistungen der Täter (Schadensersatz, Schmerzensgeld, Spenden an gemeinnützige Einrichtungen etc.) als auch um immaterielle / symbolische Wiedergutmachungen (Entschuldigungen, Gespräche, Geschenke etc.) und Vereinbarungen bezüglich zukünftiger Handlungen (Meiden best. Orte, Beginn einer Alkoholtherapie, gemeinnützige Arbeit, soziale Trainingskurse etc.). Im Jahr 2010 wurden bei der Waage materielle Wiedergutmachungen in Höhe von insgesamt 29.741 € zwischen den Betroffenen vereinbart. Diese Summe teilt sich in Schadensersatz (9.857 €) und Schmerzensgeld (19.884 €).
- Opferfonds: Seit Projektbeginn im Jahr 1992 bis zum 31.12.2010 wurden aus dem Opferfonds der Waage Darlehen mit einem Gesamtvolumen von fast 362.000 € vergeben (im Jahr 2010: ca. 11.000 €). Insgesamt mussten bislang nur (Rest-) Darlehensbeträge in Höhe von 27.055 € abgeschrieben werden (2010: 250 €). Ca. 30 % der aus dem Opferfonds vergebenen Darlehen wurden von den Tätern durch gemeinnützige Arbeit getilgt (2010: 4.354 €). Die Rückzahlungs- moral der Beschuldigten ist bemerkenswert. Die Tilgungsquote liegt insgesamt bei gut 90 %. Diese Ergebnisse unterstreichen die hohe Identifikation der Betroffenen mit den im Rahmen des TOA vereinbarten Leistungen und können als Indiz für den Erfolg und die Qualität der Arbeit der Waage gewertet werden.
- Zufriedenheit: Das Mediationsverfahren fördert den Dialog zwischen den Konfliktpartnern, um eine einvernehmliche Regelung oder Lösung zu finden, bei der beide gewinnen können. Dies führt in aller Regel zu einer nachhaltigen Zufriedenheit der Parteien. Über 80% der Mediationsverfahren enden mit einer einvernehmlichen Regelung; über 80% der Mediationsteilnehmer sind mit Verlauf und Ergebnis einer Mediation zufrieden, während dies in gerichtlichen Verfahren bei kaum einem Drittel der Betroffenen der Fall ist (vgl. die empirischen Belege bei Alexander/Gottwald/Trenczek „Mediation in Germany 2006, S. 285 ff. m.w.N.)
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